«Wenn wir als Familie zusammen auswärts essen, ist das zum Beispiel eine Zone, wo die Krankheit kein Thema ist. Damit blieben auch während der ersten Krankheits- und intensiven Therapiezeit alle Alltagsthemen im Gespräch. Das Thema meines Befindens verschwand im Hintergrund.» Die Familienangehörigen übernahmen Andy Lehmanns Gelassenheit im Umgang mit seiner Krankheit, im Wissen um deren Bedrohlichkeit. Sie freuen sich gemeinsam über das gute Ansprechen auf die Therapie.

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Ausserhalb der Familie informierte Andy Lehman «umsichtig, eher zurückhaltend. Es gibt Leute, die können nicht damit umgehen, wenn sie wissen, dass jemand eine
Krebsdiagnose hat.» Jemand brach den Kontakt ganz ab, jemand distanzierte sich. Andere fragten unbeholfen oder unüberlegt, zum Beispiel: Geht es immer noch gut? «Das ist eine schlimme Frage. Wie wenn die Krankheit schon wieder da wäre, nur weiss ich es noch nicht. Da muss man Regeln aufstellen, das sollen die Leute für sich behalten.»

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An einem 24. Dezember erhielt Andy Lehmann ambulant seine erste Dosis Chemotherapie. Genau ein Jahr später durfte er, nach der Stammzelltransplantation, früher als erwartet das Spital verlassen: Seine Blutbildung hatte sich ausserordentlich schnell erholt. Gemäss der Empfehlung seines Onkologen reiste Andy Lehmann danach für drei Wochen zur Rehabilitation. «Vom Kopf her wäre ich schon beim Austritt aus dem Spital fit gewesen. Rückblickend war der Reha-Aufenthalt aber sehr gut: In den drei Wochen lernte ich Neues über meinen Körper. Einige der Übungen von dort praktiziere ich bis heute. Im Spital hatte ich 13 Kilogramm abgenommen. Das war nicht ohne. Und die Seele braucht auch ihre Zeit. Am Schluss wäre ich sogar gerne noch länger geblieben!»

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Andy Lehmann bekommt aktuell alle zwei bis drei Monate ein Präparat zum Knochenaufbau und Knochenschutz. Die Kontrolle der Myelom-Werte erfolgt alle sechs Monate. «Ich lebe gut!» Breit lächelnd verabschiedet er sich: Seine Agenda ist voll. Mit Schwung eilt er zum nächsten Termin.

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In Anlehnung an die Broschüre „Multiple myeloma: Life with the disease” von der Patientenorganisation „Myelom Kontaktgruppe Schweiz“, 
MKgS: www.multiples-myelom.ch. Hier können Sie die PDF-Datei herunterladen.